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AP: Heftiger Widerstand gegen Atomtransport in Frankreich



AP, 03.08.01

> Heftiger Widerstand gegen Atomtransport in Frankreich 
- Zweite Zusammenfassung

La Hague (AP) Der bislang größte Atomtransport ist am Donnerstag in 
Frankreich auf heftigeren Widerstand gestoßen als in Deutschland. Nach 
zahlreichen Protestaktionen und Blockaden erreichten die neun Container 
mit abgebrannten Brennelementen aus deutschen Kraftwerken den 
Verladebahnhof der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague mit zwei Stunden 
Verspätung. Aktionen von Atomkraftgegnern verzögerten auch den in der 
Nacht abgekoppelten Zug mit drei Behältern für Sellafield in England.

«Der Widerstand in Frankreich hat eine neue Qualität», erklärte Veit 
Bürger von Greenpeace Deutschland. Pascal Braud vom französischen 
Netzwerk für den Atomausstieg sagte, Ziel der Demonstrationen sei es, die 
Atomtransporte so teuer wie möglich zu machen.

Am späten Mittwochabend gelang es mehreren Atomkraftgegnern, sich im 
elsässischen Bischeim bei Straßburg an die Gleise zu ketten. Sie wurden 
von der Bereitschaftspolizei CRS weggetragen. Es gab vier Festnahmen. 
Fast eine halbe Stunde dauerte es nach Angaben von Umweltschützern, bis 
der im pfälzischen Wörth zusammengestelle Atomzug seinen Weg fortsetzen 
konnte. Kleinere Aktionen gab es in Nancy, Bar-le-Duc und Reims, bevor 
der Zug in Longeau geteilt wurde.

In Darnétal bei Rouen legten Aktivisten Schwellen auf die Schienen. Die 
Hindernisse wurden jedoch vor dem Atomzug abgeräumt. Greenpeace stoppte 
die neun Container nochmals kurz vor dem Ziel: Ein Aktivist kettete sich 
im Bahnhof von Carentan an die Schienen und hielt den Zug nach Angaben 
der Organisation für weitere 20 Minuten auf. Kurz vor 14.00 Uhr erreichte 
der Transport Valognes, wo die Behälter auf Tieflader umgeladen werden 
sollten.

Der kleinere Zugteil wurde auf seiner Fahrt nach Dünkirchen im Großraum 
Lille sogar für zwei Stunden aufgehalten. Wie ein Sprecher des 
französischen Netzwerks für den Atomausstieg berichtete, entfernten 
Aktivisten entfernten bei einem voranfahrenden Güterzug die Bremsen und 
sorgten so für teils erhebliche Behinderungen im gesamten Bahnverkehr der 
Region.

Um 11.40 Uhr erreichte der Transport schließlich den Hafen von 
Dünkirchen, wo die Brennelemente auf ein Spezialschiff umgeladen wurden. 
Die «European Shearwater» sollte am Abend in Richtung des 
nordwestenglischen Hafens Barrow-in-Furness auslaufen, wie ein Sprecher 
der britischen Atomfirma BNFL in Paris berichtete. Dort sollen die 
Brennstäbe am Samstag umgeladen und in die etwa 50 Kilometer entfernte 
Wiederaufarbeitsanlage Sellafield gebracht werden.

Die Behälter stammen aus den süddeutschen Kernkraftwerken Neckarwestheim 
und Philippsburg, aus Brunsbüttel und Stade in Norddeutschland und 
Mülheim-Kärlich bei Koblenz. Die Container aus Brunsbüttel in Schleswig-
Holstein und Stade in Niedersachsen waren in Maschen bei Hamburg 
zusammengekoppelt worden. Der Transport hatte am Mittwochabend um 19.11 
Uhr die Grenze bei Lauterburg im Elsass passiert.

Heftiger Widerstand gegen Atomtransport in Frankreich - Zweite 
Zusammenfassung

«Es ist offenbar einfacher, gegen ankommende Transporte zu mobilisieren 
als gegen abfahrende», kommentierte Braud vom Netzwerk für den 
Atomausstieg den unterschiedlichen Widerstand in Frankreich und 
Deutschland. Noch nie habe es so viele erfolgreiche Aktionen bei einem 
Transport gegeben, früher sei der Widerstand in Frankreich eher 
symbolisch gewesen. Veit Bürger von Greenpeace sagte mit Blick auf die 
Demonstrationen: «Das hat es vor dem Transportstopp 1998 nicht gegeben.»

http://www.sortirdunucleaire.org/

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